· 

Apocalypse Now...Dschungel

Dschungel Cat Tien, Weg zum Crocodile Lake, Mammutbaum im Dschungel
Dschungel Cat Tien, Weg zum Crocodile Lake

19:30 auf dem Bett, unter Moskito-Netz   

  

Wir brechen früh auf an diesem Morgen. Das Frühstück (Mango, Passionsfrucht und Baguette...leckere Alternative zu, eigentlich vorgesehenen, Pancakes und Eiern) um 6,40 Uhr. Anziehen spezieller Strümpfe gegen Blutegel.  

Eine halbe Stunde später bringen uns Luan (Lodge-Besitzer) und ein älterer Mann mit ihren Motorrollern (Überwindung Melina... :-) ) an die Fähre, die uns über den Fluss und hinein ins Nationalparkhauptquartier bringt. Wir haben eine Wanderung zum Crocodile Lake gebucht. Inbegriffen sind der Parkeintritt, die Hin- und Rückfahrt zum Startpunkt der Wanderung und die Gebühr für den See. Wir zahlen 900000 Dong. Für vietnamesische Verhältnisse eine relativ große Summe Geld.   

Auf einem Pick-Up mit Holzbänken auf der Ladefläche fahren wir 20 Minuten auf unwegsamen Straßen, die an einigen Stellen durch tiefen Matsch führen. Unterwegs muss herunterhängenden Lianen ausgewichen werden. Lieber nicht mit den Händen greifen...einige schützen sich durch Dornen (Melina... :-) )  

Wir kommen an, runter vom Pickup und hinein in den Wald. Der Weg  besteht aus Vulkangestein und Beton und ist die 5 Kilometer stabil befestigt. Die Gefahr sich zu verlaufen besteht nie. Wir laufen vorbei an dichtem Blattwerk, großen Bäumen und interessant verschlungenen Ästen. Hin und wieder kreuzt eine Echse den Weg. Das Klima ist, wie nicht anders zu erwarten gewesen, feucht-warm. Das Schwitzen annehmen und immer weiterlaufen...   

Nach 2/3 des Weges hören wir linkerhand lautes Blätterrascheln gefolgt von nachgebenden Lianen. Wir bleiben stehen und sehen 20 Meter entfernt gerade noch den Affen, der sich durch die Baumwipfel bewegt. Ein Affe in freier Wildbahn ist auch im Nationalpark sehr selten zu beobachten.   

Eine halbe Stunde später erreichen wir zwei Häuser und dahinter den Krokodilsee. In einem der Häuser begrüßen uns zwei Männer. Der große Raum ist nach drei Seiten hin geöffnet. Eine Treppe führt in den zweiten Stock zu einer Aussichtsplattform.   

Fast zeitgleich mit uns erreicht ein amerikanisches Paar den Krokodilsee. Sie berichten von Blutegeln auf dem Weg, die weder Melina noch mir aufgefallen sind (wahrscheinlich haben wir einigen von ihnen unbewusst das Leben genommen)  

Wir sehen das erste Krokodil als wir auf der Terasse richtung See stehen. Ungefähr 60 cm lang im Schilf in Ufernähe. Ein anderes taucht kurze Zeit später in einiger Entfernung im Wasser auf. Wesentlich größer.  

Wir gehen die Holzstufen hinunter zum Ufer. Linkerhand trocknen frische Fischfilets in der Sonne. Zwei kleine Boote liegen am Steg. Eines davon nehmen das amerikanische Paar und einer der zwei Männer aus dem Haus um eine kleine Rundfahrt über den See zu machen (später berichten sie davon, dass die Krokodile sich entfernt hätten oder untergetaucht wären)  

Vorher schießt sie ein Foto von Melina und mir mit meiner Kamera (mein Kopf wirft Schatten, der Steg ist zu eng, aber immerhin mal ein Bild von uns beiden).  

Nach der Pick-up-Tour zurück (dieses Mal zu viert) essen wir zu Mittag. Sehr lecker...Tofu, Gemüse, Reis, Cola.   

Es ist Mittwoch und der Park nur spärlich besucht.   

Um 14:00 Uhr beginnt unsere nächste Tour. Es geht 10 Minuten mit dem Boot zur Dao Tien Station, die sich um die Sozialisierung und anschließende Auswilderung, verletzter und verstörter heimischer Affen kümmert (600000 Dong für zwei. Wir erfahren später, dass das Eintrittsgeld ausschließlich der Arbeit der Station zu Gute kommt). Vier Arten, darunter Loris und Gibbons leben hier. Wir besuchen den Rescue Park mit zwei Paaren aus Belgien. Eines dieser Paare reist mit kleiner Tochter (Im letzten Eintrag erwähnt). Die eigentliche Expertin (Studentin aus England), die uns durch den Park begleiten soll, wird anderweitig im Nationalpark benötigt, woraufhin Andrea, eine Biologiestudentin aus Spanien, die seit zwei Wochen auf der Affen-Insel lebt und arbeitet, die Tour übernimmt.    

Sie führt uns durch das freiläufige Gelände. Zeigt uns Gehege und, dem natürlichen Lebensraum sehr ähnliche, Bereiche, die die Tiere vor ihrer Auswilderung bewohnen.   

Es gibt Gibbons die aus Menschenhaltung befreit wurden, die nur sehr schwer oder überhaupt nicht resozialisiert werden können, da sie von klein auf nicht gelernt haben, zu kommunizieren, zu essen und sich zu verhalten wie Affen. Es gibt Fälle in denen Gibbons beigebracht wurde mit Messer und Gabel zu Essen (das hatte mich im vorigen Eintrag an die Bedeutung des Umfeldes während der Kindheit erinnert - belgisches Paar)  

Ein weiteres großes Problem sind in privater Gefangenschaft gehaltene Loris. In Ho Chi Minh werden sie, trotz Illegalität, auf der Straße oder in Hinterhöfen verkauft. Touristen können Bilder mit ihnen machen. Als Nachtaktive Tiere ist der Foto-Blitz extrem schädlich für ihre Augen.    

Die Arbeit des Parks, der unter dem EAST (Endangered Asian Species Trust) www.go-east.org gelistet ist, wird größtenteils durch Gelder aus England finanziert.   

Sehr gute Aufklärung und Arbeit für den Schutz artenbedrohter Tiere. Kleine, heute gelernte, Tatsache: Ape (hat keinen Schwanz/ Menschenaffe) , Monkey (hat einen Schwanz)  

Nach einem langen Tag erreichen wir um kurz vor fünf die Lodge. Das Abendessen (Tofu/Gemüse, Süßkartoffelsuppe, Grüne Bohnen, Süßkartoffelspalten und frische Ananas) ist fantastisch.   

Luan bucht uns mit dem Handy in wenigen Minuten die weiterfahrt nach DaLat per Bus (hat uns einige Arbeit erspart)   

Abfahrt Morgen: 10:30 am Highway 20   

Ich muss heute einige Bilder mehr anhängen. Viele Fotos gemacht.  

  

Felix

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0