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Ach wie dumm kann man denn eigentlich sein...

Unterwasserfoto Pool

20:05 Hotelzimmer. Gerade gegessen.   

  

Es ist verhältnismäßig kühl als wir nach einigen Bahnen im Pool ein Taxi richtung Mui Ne nehmen. Unser Ziel ist ein sogenannter Food Court (praktisch ein ganzjährig geöffneter Street Food Market) Es wird, unter anderem, Regionales, Mexikanisches und Mediterranes angeboten. Seit langer Zeit mal wieder veganer Käse...!   

Wir laufen weiter in richtung Mui Ne. Auf Touristenportalen wird der Fairy Stream, ein 1 Kilometer langer Weg durch ein seichtes Gewässer mit anschließendem Wasserfall, angepriesen. Als wir auf der Brücke über dem "Elfenstrom" stehen, möchte ich ungern barfuß durch das braune Wasser. An den, von Touristen belagerten, Ufern hat sich Müll angesammelt. Wir fühlen uns unwohl und nehmen ein Taxi zurück.   

  

Wir nutzen die Zeit im Resort für ein wenig Ausdauersport im Fitnessbereich. Danach kurz duschen und schnell in den Pool. Es beginnt zu dämmern. Als die Unterwasserbeleuchtung eingeschaltet wird, möchten wir ein weiteres Mal die GoPro im Unterwassergehäuse (Danke Flo, fürs Ausleihen, falls du das liest) ausprobieren, um die Stimmung einzufangen.   

Ich steige aus dem Wasser, schnappe mir den Schlüssel und laufe die wenigen Meter zu unserem Zimmer. Go Pro und Schwimmbrille geschnappt und zurück.   

Nachdem wir einige Tauchmanövern und einen ziemlich armseligen Kopfsprung meinerseits gefilmt haben, steigen wir nach einer halben Stunde aus dem Wasser. Als wir auf dem Weg sind möchte ich den Zimmerschlüssel aus der Badetasche holen...  

Kein Schlüssel. "Ich muss ihn wohl im Zimmer gelassen haben" denke ich als ich zuversichtlich die Klinke nach unten drücke. Abgeschlossen.   

Die Dämmerung ist mittlerweile fortgeschritten und Melina und ich nur in Bikini und Badehose unterwegs. Der Wind frischt auf während wir die Tasche durchwühlen.   

Weiterhin kein Schlüssel (An ihm befindet sich ein nicht gerade kleines Stofftäschchen). Da ich abgeschlossen hatte kann der Schlüssel nicht weit sein. Der Weg ist kurz, das Zeitfenster gering. Muss wohl irgendwo am Beckenrand liegen, denke ich. Wir suchen mehrfach den Weg und den Beckenrand ab.   

Kein Schlüssel. Ich bin mir sicher ihn nicht mit ins Wasser genommen zu haben.   

Zurück vor der Zimmertür bleibt nur der Weg zur Rezeption. Immernoch nass und in Badehose stehe ich in der Empfangshalle des Hotels und erkläre, dass ich meinen Schlüssel verloren hätte. Die Rezeptionistin versucht den Hotelmanager zu erreichen, bevor sie einem Mitarbeiter des Reinigungspersonals Bescheid gibt und ihn bittet uns Zimmertür zu öffnen.   

Sie bittet mich daraufhin erneut zu suchen und stellt mir in Aussicht den Austausch höchstwahrscheinlich bezahlen zu müssen, falls der Schlüssel nicht auftaucht. Der zweite Mitarbeiter an der Rezeption fragt mich ob mir kalt sei...  

Einige Minuten später bekommen wir aufgeschlossen. Anziehen, Handytaschenlampen an und weitersuchen. Ich hole, die am Pool sitzenden Sicherheitsleute mit ins Boot. Nach einer Runde Tabu mit Gesten, wissen sie, dass ich einen Schlüssel suche, und helfen mir mit Taschenlampen. Nach einer viertel Stunde bedanke ich mich und winke ab. Ich hoffe auf ein Auftauchen am nächsten Tag. Ich wähle die null des Haustelefons und teile der Mitarbeiterin mit, den Schlüssel nicht gefunden zu haben.   

Sie versucht erneut und ohne Erfolg den Manager zu erreichen.   

Die Situation ist unangenehm. Wie kann man denn eigentlich so dumm sein, einen Schlüssel in 200 m und 3 Minuten, unauffindbar zu verlieren...  

Ich glaube mittlerweile, dass ein aufmerksamer Mitarbeiter, die von mir offengelassene Tür möglicherweise abgeschlossen hat und den Schlüssel in den nächsten Minuten abgeben wird...bis mir eine Idee kommt.   

Kamera aus dem Wassergehäuse befreien. SD-Karte raus. Hinein ins  MacBook und Material sichten. Ich schaue mir die kurzen Sequenzen an und als ich, mittlerweile beim letzten Video angekommen, die Aktion schon abbrechen möchte, sehe ich etwas neben einer tauchenden Melina. Verschwommen auf dem Grund, in der Mitte des Pools (Ich füge ein Bild an den Blogeintrag an)   

Ich stehe auf, ziehe mich aus, Badehose an und runter. Es ist mittlerweile nach sieben und der Pool eigentlich geschlossen. Hinein ins Wasser und tauchen. Und da sehe ich ihn in der Mitte, von außen nicht zu sehen.   

Ich bin glücklich als ich den zwei, abseits sitzenden, Sicherheitsleuten meinen Schlüssel präsentiere.   

Stupid fucking Germans!   

Schnell die Rezeption anrufen. Fall gelöst! Durch präzise Aufbearbeitung der eigenen Unfähigkeit.   

Die GoPro ist Grund und Aufklärung der ganzen Misere zugleich.   

Ironie des Schicksals. Ich glaube ich mache jetzt die nächste Rolle Oreos auf...  

  

Felix   

 

Schlüsselsuchbild :-)
Schlüsselsuchbild :-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Gustav Sucher (Donnerstag, 13 September 2018 08:30)

    Bei 200 Metern und schon unauffindbar ist schon ein extremer Fall. Gut im Wald würde ich es noch verstehen. Mein Bruder war auch immer so ein Schlamper, der immer alles verloren hat. Sei es ein Schlüssel, sein Handy oder einfach nur Geld. Man könnte meinen er wollte das so und hat es schon als Gewohnheit in seinen Tagesablauf eingebaut. Heute macht er das zum Glück nicht mehr. Danke für den Blog Beitrag!
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