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Wie zu Hause in der Kneipe...

19:38 Uhr  

  

Die letzten Tage war das Restaurant, gegenüber des Hotels, unsere Anlaufstation für Abendessen. Das Essen ist einfach und die Mitarbeiter sehr freundlich (vorausgesetzt man ist es selbst auch).   

An diesem Punkt beginnt für heute die kurze Einleitung. Eben saßen wir wieder einmal auf der überdachten Terrasse. Dieses Mal nicht in Gesellschaft von Russen sondern von Deutschen.

Größtenteils zwischen 50 und 60, Bier, Zigaretten, Schweissflecken und der unverkennbare Akzent. Rechnungen wurden auseinandergerechnet, Trinkgeld prozentual aufgeschlagen und das Personal fast von einem angetrunkenen, bierbäuchigen Mann um die sechzig, mit zu tief sitzender Short (ungewollte Einblicke) und Unterhemd, umgestoßen (Oh Felix, die Sätze werden zu lang...ich fange an in meinem eigenen Blog in der dritten Person von mir zu schreiben...wahrscheinlich zu viel Sonneneinstrahlung)    

Zurück in die deutsche Kneipe...gleicher Geruch, gleiches Klientel. Ich war fast ein wenig angeekelt. Abschreckend. Nie so werden wie diese Menschen. Geist wach halten, Vorurteile bekämpfen, reflektieren, hinterfragen.  

  

An dieser Stelle soll ich heute von Melinas Nahtoderfahrung berichten. Ich werde die Situation zuerst aus ihrer und im Anschluss aus meiner Sicht schildern.  

  

Melina: Es ist Vormittag. Meterhoch türmen sich die Wellen am Horizont, um dann keine 20 Meter entfernt, ohrenbetäubend zu brechen. Die Sonne wirft einen Teppich aus Glas auf die wogende Oberfläche. Ich bin fokussiert als ich Schritt für Schritt durch die Wassermassen schreite um mich diesen Ungeheuern zu stellen. Nachdem ich den ersten Schlägen noch trotzen kann, erwischt mich eine 5 Meter Monster-Welle wie ein Faustschlag. Ich verliere den Halt und werde unter Wasser gedrückt. Welle um Welle begräbt mich lebendig und hält mich im tödlichen Würgegriff der See. Zwei Minuten lächzen meine Lungen nach Sauerstoff. Ohne mein jahrelanges Tauch-Training im Lahnsteiner Freibad, würde ich in diesem Moment nicht im Bett liegen und MTV mit vietnamesischen Untertiteln schauen.   

Froh am Leben zu sein (die Leichenüberführung hätte, aufgrund der fehlenden Reiseversicherung, von meinen Ersparnissen bezahlt werden müssen)   

  Melina  

  

Es ist ein trüber Tag. Die Wellen reichen bis zur Hüfte. Melina möchte ohne meine Begleitung nicht in die Wellen. Nachdem wir uns ein wenig in spannenderes Gebiet vorgearbeitet haben, schiebt uns eine der Wellen richtung Ufer, woraufhin wir unvorhergesehen für 5 Sekunden untertauchen. Melina verliert ihr Bikinioberteil und fast ihr Höschen.   

  Felix   

  

Beide Berichte sollen, laut der Urheber, auf Fakten beruhen. Welcher Wahrheit ihr vertraut, entscheidet bitte selbst (In Zeiten des Internets ist eine einzige Wahrheit doch sowieso zu wenig...wer braucht schon Fakten)  

  

Es ist 12:30 Uhr als wir Phan Thiet eine zweite Chance geben. Melina hat, vor der 12 Kilometer langen Taxifahrt, recherchiert und ein Restaurant gefunden das vegetarische und vegane Gerichte zubereitet. Es ist außerhalb der Stadt, die Karte ohne englische Übersetzung und das Personal spricht lediglich vietnamesisch.   

In anderen Worten...perfekt!   

Wir sitzen und essen fantastisch. Eine junge Frau bedient uns. Sie versteht kein Wort Englisch. Wir kommunizieren durch Zeigen und vereinzelt durch den Google-Übersetzer. Sie hat eine außergewöhnliche Ausstrahlung, während sie filigran und leise das Essen serviert. Touristen sind an diesem Ort nicht alltäglich. Ein schöner kulinarischer Abschluss.   

  

Ich habe heute unser Videomaterial gesichtet und gekürzt um im Flugzeug einen kleinen Urlaubsfilm zusammenzubasteln. Bin selbst auf das Ergebnis gespannt.   

  

In wenigen Stunden ist Airline-Online-Check. Morgen um 23:50 Abflug.   

  

Felix 

  

 

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Kommentare: 1
  • #1

    M. F. (Donnerstag, 21 Dezember 2017 15:02)

    #FakeNews