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Los Angeles Teil 6 (Dreckwäsche und Basketball)

Los Angeles Teil 6 (Dreckwäsche und Basketball)  

  

Es regnet. Es ist kalt. Es ist 7:17 Ortszeit in Los Angeles. Ich möchte weder etwas im Freien unternehmen, noch die 5 Meter in's Badezimmer über den Hof gehen.   

Eine Option ist das "Natural History Museum"... wir werden sehen ob wir uns durch den Regen zur Haltestelle trauen. Es regnet wirklich stark... :-)  

  

Jetzt aber zum gestrigen Tag. Im Rückblick denke ich an drei Dinge: Wäsche waschen, Einkaufen und Basketball.   

Ich bin an mein 5 Tage-Wäschelimit gestoßen (Ich liebe es mit Handgepäck zu reisen!!...das meine ich wirklich ernst). Das heißt, die einzige saubere Kleidung in meinem Rucksack trage ich bereits. Also Wäsche waschen. Da die Waschmaschine in unserem Air-BnB zurzeit kaputt ist, machen wir uns auf den Weg in einen Waschsalon. Der nächste ist 2 Kilometer entfernt. Dreckwäsche in den Rucksack und loslaufen.   

Die Mitarbeiter und Kunden der Laundry Lounge sind überwiegend latein-amerikanischer Herkunft, weshalb der Waschmittelkauf sich ein wenig schwieriger gestaltet. Die riesigen Waschmaschinen und Trockner werden dann durch den Einwurf von Quartern (25 Cent) gestartet. Insgesamt 2.50$ für eine Maschine. Die Industriegeräte waschen und trocknen unsere Wäsche innerhalb einer Stunde. Knitterfrei und trocken kommt alles zurück in den Rucksack. Saubere Wäsche für 5 Tage!   

  

Nach kurzer Pause machen wir uns mit dem Bus auf den Weg in die Westfield Culver City Mall. Wir wollen nach Übergangsjacken schauen (in San Francisco wird es kalt und regnerisch)   

Letztendlich kaufen wir Schuhe (Melina) und eine Mütze (Felix)...das hat funktioniert.   

Die Ausmaße der Mall sind gigantisch. Für amerikanische Verhältnisse aber völlig normal. Es wirkt als fände man Gebäude wie dieses alle 5 Kilometer. Die amerikanische Kultur scheint sowieso sehr viel stärker auf Konsum ausgelegt. Es gibt unzählige Schnellrestaurants, Kinos und Einkaufszentren. Dieses hohe Kaufniveau muss aber logischerweise hochgehalten werden (durch Werbung, etc.). Verlieren die Amerikaner die Lust am Überfluss, würde eine große Blase platzen und viele Jobs wären in Gefahr. In Deutschland scheint man  gemäßigter zu sein. Was besser oder schlechter ist, muss dann jeder für sich selbst entscheiden.   

  

Um 17:00 steigen wir wieder in den Bus. Dieses Mal mit dem Ziel Staples Center Downtown, eine Mehrzweckhalle, die beiden NBA Teams der Stadt (Lakers und Clippers) als Spielstätte dient. Die  Halle bietet über 20000 Menschen platz, dabei sind die oberen Ränge so steil gebaut, dass Menschen mit Höhenangst ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspüren.   

Ich bin im allgemeinen ein Mensch, der Fankultur nicht nachvollziehen kann. Mir fehlt der Sinn und das Gefühl  hinter dem zeit- und kostenintensiven Unterstützen eines Menschens oder Teams. Das heisst nicht, dass ich Fankultur ablehne...Leidenschaft für, egal was oder wen, tut jedem Menschen gut.   

Amerikaner sind in Sachen "Fan sein" natürlich ein wenig anders. Die Zeit vor dem Spiel, in den Pausen und in Teilen auch währenddessen, werden zur Show. Da gibt es Cheerleader, Spendenaufrufe, Jackpotausrufe, Heiratsanträge, Interviews, die Nationalhymne und Veteranenehrungen. Dabei werden in einer Minute Veteranen oder aktive Militärs im Publikum geehrt. Diese stehen auf, während die Kamera einige von ihnen einfängt. Währenddessen aplaudieren dann die Menschen, die sich nicht gerade einen Hotdog oder Pommes holen gehen...das ganze mutet als Außenstehender etwas seltsam an...  

Das Spiel an sich ist dann für uns wenig spannend, weshalb wir die Veranstaltung etwas früher und ohne Gedrängel wieder verlassen.  

  

Mal schauen ob wir jetzt gleich in's Naturkundemuseum fahren. Der Regen wird gerade weniger. 8:07 Uhr  

  

Felix

 

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