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Wandern auf dem Rheinsteig. Von Kaub nach Lorch.

Warum nicht mal wandern? Tun ja viele und ja...tut gut. Es ist Sonntag, die Zeit vergeht vor dem Wochenstart ein klein wenig langsamer und die Tages-Touristen strömen in den Rheingau. Wir nehmen um 9 Uhr den Zug in Richtung Kaub. 

Bei der Rückfahrt werden 14 Kilometer Wanderstrecke bewältigt sein. Körperstruckturen schmerzen kaum wahrnehmbar aber der Kopf hat einiges Ansprechendes zu verarbeiten. Ein guter Tausch würde ich sagen. 

Die Fakten vorweg: Gehzeit laut Wanderheft 5 Stunden...Wir brauche, trotz Fotopausen, 3 einhalb. 

Steigung: 780 m 

Höchster Punkt: 349m 

Anspruch: Ja es wird kurz etwas an Metallschnüren entlang geklettert. Ansonsten aber ein langer Wald- und Weinbergsspaziergang.

 

Genug vom Wander-Quartett. Wir steigen aus dem Zug und laufen los. Kurz geradeaus richtung Ortsmitte bis es rechterhand, entlang einer Straße, nach oben geht. Vorbei an einer kitschigen, goldbezäunten Zahnchirurgie-Klinik, weiter auf Bürgersteigen und dann durch Weinberge, der ersten Burgruine entgegen. Nicht bald darauf geht es in den Wald. Die folgenden Steigungen lassen sich im Schatten gut bewältigen. Trotz Sonntag kommen uns nur wenige Menschen entgegen. Gruppen in bunten Funktionsjacken, junge Hipster-Paare und alles dazwischen. 

 

Lässt man beim Wandern den Wein, die häufigen Pausen und die Schlussrast weg, bleibt eine konstante moderate Belastung, die besser Kalorien verbrennt als vieles andere. Über 3 Stunden bleibt der Puls erhöht, die Muskelbelastungen variieren von Aufwärts- zu Abwärtspassagen. 

Es bleibt jedem selbst überlassen, aber erhöht man das Tempo ist Wandern Sport. Ein abwechslungsreicher Sport.

Vorbei an wunderbaren Panoramen und durch stimmungsvolle Waldabschnitte. 

Auf halber Strecke, passieren wir die Grenze zum Rheingau. In der Nähe wird überdacht Wein ausgeschenkt. Das ganze erinnert an ein Aussteiger-Dorf mitten im Wald. Viel Holz und Baumhäuser, die als Übernachtungsmöglichkeit gemietet werden können. Es sind diese Orte, die Touristen erwarten wenn sie den  Rheinsteig gehen. Der Weg führt englang alter Mauern, Ruinen und bepflanzten Brunnen. Vorbei an Clemenskapelle und Schafsherden, sieht man auf der Gegenseite Bacharach und Burg Stahleck. 

 

Schneller als erwartet passieren wir das, im Tal liegende Lorchhausen und lassen uns vom, immer ausreichend beschilderten, Weg richtung Lorch führen. Die letzte halbe Stunde hält einige Kletterpassagen bereit, die festes Schuhwerk und ein wenig Konzentration erfordern. 

In Lorch angekommen zieht sich der Weg zum, außerhalb gelegenen, Bahnhof. Melinas Apple Watch zeigt 1400 verbrauchte Aktivkalorien an, während wir am Bahnsteig auf den Zug warten. 

Einige Aspekte des Wanderns erneuert sich. Jüngere Menschen verbinden mit dem Begriff die sportliche Herausforderung und den Ausgleich zum Druck des Arbeitsalltags der digitalen Welt. Die Natur verbindet das Wandern der Großeltern mit unserem. Es lohnt sich egal wo und wann. Wie beim Joggen, heißt es einfach nur Schuhe anziehen und loslaufen. Nichts anderes ist notwendig. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Melina (Dienstag, 13 August 2019 20:31)

    Schön geschrieben, noch schönere Bilder!

  • #2

    Melli (Mittwoch, 14 August 2019 06:21)

    Ich liebe diese Strecke...bin sie schon ganz oft gelaufen...� sehr schöne Bilder